Token einfach erklärt

Ein Token ist die kleinste Einheit, mit der ein Sprachmodell arbeitet: meist ein Wortteil, ein kurzes Wort oder ein Satzzeichen. Im Deutschen entspricht ein Wort etwa anderthalb bis zwei Token. Anbieter rechnen nach Token ab, und das Kontextfenster eines Modells wird in Token gemessen. Für Unternehmen sind Token deshalb die Einheit, in der Kosten und Grenzen eines KI-Einsatzes kalkuliert werden.

Ein Sprachmodell liest keinen Text, wie ein Mensch ihn liest. Es zerlegt ihn in Token, kleine Bausteine, die mal ein ganzes Wort, mal eine Silbe, mal ein Satzzeichen sind. Das Wort „Rechnung“ ist vielleicht ein Token, „Auftragsbestätigung“ vier. Als Faustregel gilt für deutschen Text: Tausend Wörter sind etwa 1.500 bis 2.000 Token. Eine Seite Geschäftsbrief liegt bei rund 600 Token.

Warum Token für Unternehmen wichtig sind

Zwei Dinge hängen an Token. Erstens die Kosten: Cloud-Anbieter rechnen pro Million Token ab, getrennt nach Eingabe und Ausgabe. Zweitens die Grenze: Jedes Modell kann nur eine bestimmte Anzahl Token auf einmal verarbeiten, das Kontextfenster. Ein 200-seitiger Vertrag passt in moderne Modelle, ein ganzes Dokumentenarchiv nicht. Deshalb braucht es Verfahren wie RAG, die nur die passenden Abschnitte mitgeben.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Ein Kundenservice verarbeitet 120 Anfragen am Tag. Jede Anfrage mit Kundenhistorie, Wissensauszügen und Antwortentwurf verbraucht etwa 3.000 Token Eingabe und 300 Token Ausgabe. Bei aktuellen Preisen liegen die Modellkosten damit typischerweise bei wenigen Euro pro Tag, also deutlich unter dem, was eine einzige Stunde Mitarbeiterzeit kostet. Teuer wird es erst, wenn ein System unnötig ganze Dokumente statt der relevanten Abschnitte mitschickt. Das zu optimieren ist Teil der Betreuung.

Was Sie daraus mitnehmen

Token sind die Einheit, in der ein KI-Einsatz kalkuliert wird. Wer die Mengen kennt, kann Kosten vor dem Projekt abschätzen und im Betrieb überwachen. Überraschungen entstehen fast immer durch ungeschickte Verarbeitung, nicht durch die Preise der Anbieter.

Nächster Schritt

Welcher Prozess kostet Sie die meiste Zeit?

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